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Der Radsport ist eine der schönsten Sportarten. Wie viele andere können auch wir nicht der Faszination dieses Sports widerstehen. Wir alle sind begeistert von diesem Sport. Ohne diese Begeisterung war und ist heute in einer der schwersten Sportdisziplinen, die wir kennen, nichts zu erreichen. Daniel ist aktiv im Chemnitzer Polizeisport- verein Abteilung Radsport tätig. Bei Ergebnisse kannst Du aktuelle Termine und Ergebnisse von Wettkämpfe abrufen. Aktuelle Info´s und kurze Rennberichte findest Du unter News. Radsport im Internet gib es unter Radsport-Links.
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- Welche Zukunft hat der Radsport? Wie kann er sich von der Geißel Doping befreien? Zehn provokante Vorschläge, wie ein echter Neuanfang im Radsport funktionieren könnte. Diese Vorschläge stammen aus der Juli 2007 Ausgabe des Radsport-Magazins -Tour-. Wir unterstützen diese zehn Vorschläge und haben sie deshalb hier noch einmal aufgeschrieben.
● Weniger ist mehr! Kürzere Rennen, weniger Termine Das Programm im modernen Radsport widerspricht den Erkenntnissen der Trainingslehre. Die Experten streiten, ob die Rennen zu lang, die Streckenprofile zu anspruchsvoll sind, ob die Tour de France ohne Hilfsmittel in der jetzigen Form machbar ist. Die Leistung, die ein Rennfahrer im großen Feld aufbringen muss, ist zwar nicht übermenschlich (rund 200 Watt im Durchschnitt) – im Laufe der drei Wochen kann sich der Körper jedoch nicht ausreichend erholen. Einig sind sich die Experten, dass die Radprofis zu viele Renntage bestreiten. Die Regenerationszeit ist zu kurz, ein sinnvoller Trainingsaufbau für die meisten Rennfahrer kaum zu leisten. 50 bis 80 Renntage pro Jahr sollten das Maximum sein – statt derzeit 120 bis 150. Außerdem: Kürzere Strecken machen die Rennen interessanter, der taktische Aspekt gewinnt an Gewicht, die reine körperliche Leistungsfähigkeit, die leicht manipulierbar ist, würde weniger wichtig.
● Strafe muss sein! Härtere Anti-Doping-Gesetze Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Der Sport braucht im Kampf gegen Doping die Hilfe des Staates. Dopende Sportler müssen wie Betrüger behandelt werden. Die großen Summen, die im Profisport zu verdienen sind, machen Doping auch zu einer Form des Wirtschaftsbetruges. Der Staat kann nicht zusehen, wie eine ganze Branche ungestraft Geschäfte mit Medikamenten-Missbrauch treibt. Die geplante Verschärfung der Gesetze geht Kritikern nicht weit genug, weil die Sportler als Täter straffrei bleiben. Nur Strafandrohung erlaubt aber eine Kronzeugen-Regelung (Strafminderung gegen Insiderinfos), die nach der Erfahrung von Strafverfolgern dabei helfen kann, kriminelle Systeme aufzubrechen. Außerdem müsste der Profi-Radsport Doping sozial ächten – Doper dürfen in der Branche keine Jobs mehr kriegen.
● Wehret den Anfängen! Frühere Prävention Schon in den Nachwuchsklassen des Sports müssen Werte vermittelt werden, die Doping für einen Sportler undenkbar machen. Viele Betreuer in den Vereinen geben noch heute die überkommenen Standards der Szene an Kinder und Jugendliche weiter. Die Erziehung im Sport sollte vermitteln: Doping ist Schwäche, nicht Stärke. Eltern sollten gewissenhaft nach geeigneten Vereinen suchen und in Gesprächen mit den Verantwortlichen herausfinden, ob es dort eine klare Haltung gegen Doping gibt.
● Wir haben euch durchschaut! Intelligent kontrollieren Dopingkontrollen müssen von einer unabhängigen Einrichtung wie der NADA zielgenauer geplant werden. Es gilt, die Denkweise der Betrüger vorwegzunehmen. Die NADA wird erst unabhängig, wenn ihr Etat deutlich über die derzeit 1,8 Millionen Euro pro Jahr (2007) aufgestockt wird. Außerdem muss die Öffentlichkeit sehen, wer (auch mit Steuergeld finanziert) kontrolliert worden ist. Experten vom Zentrum für Präventive Dopingforschung in Köln sagen: Solange die Sport-Fachverbände die Kontrollen in ihren eigenen Disziplinen planen, fehlt die nötige Unabhängigkeit. Außerdem werden die neuesten Nachweisverfahren für Testosteron, Insulin, und Wachstumshormone nicht flächendeckend eingesetzt. Die Zahl der Kontrollen im deutschen Radsport sank übrigens von 2005 auf 2006.
● Wir brauchen einen Ausweg Bessere Berufschancen für Radprofis Denkbare Forderungen: mehr Geld (bzw. höhere Mindestgehälter) und die Pflicht, eine Berufs- oder weiterführende Schulausbildung zu absolvieren, bevor man einen Profi-Vertrag unterschreibt. Andernfalls haben Radsportler nach ihrer Karriere außerhalb des Systems Radsport kaum Berufschancen und sind gezwungen, sich vollständig mit dem System zu arrangieren, um später Jobs als Sportlicher Leiter oder Mechaniker zu bekommen. Junge Sportler müssen besser in die Karriereberatung einbezogen werden, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in anderen olympischen Sportarten anbietet – nicht aber für Radprofis, für die der aktive Radsport ja ebenso nur vorübergehend ein Beruf ist.
● Mehr Quereinsteiger! Alte Verbindungen kappen, neue Ideen einbringen Der Radsport feiert noch immer Idole, die kein kritisches Verhältnis zu Doping haben. Trainer, Sportliche Leiter, Funktionäre dürften künftig nur weiter im Radsport aktiv sein, wenn es keinen Zweifel an ihrer Haltung gibt. Daher gehört deren Vergangenheit gründlich durchleuchtet. Viele Trainer und Betreuer bringen wenig fundiertes Fach- wissen, aber viel Traditionen mit. Der Radsport hat sich lange Zeit moderner Trainingsmethodik verweigert, gut ausgebildete Trainer sind im deutschen Radsport selten, die Ausbildung im BDR ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Dem Radsport fehlt der Blick über den Tellerrand – in anderen Sportarten und deren Errungen- schaften.
● Zurück zur Natur! Medizin soll heilen, nicht schnell machen Der Sport muss sich von der Medizin als Bestandteil des Trainings trennen. Medizin ist zur Hilfe bei Krankheiten und nicht zur Leistungssteigerung da. Auch der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln und Infusionen muss kritisch hinterfragt werden. Sie dienen nicht selten als Wegbereiter, welche die Hemmschwelle beim Griff zu anderen Tabletten und Pillen oder Injektionen senken. Das Problem: Leistungssteigerung durch Training dauert in der Regel lange, Doping wirkt schnell.
● Mehr Entwicklung! Technischen Fortschritt fördern und belohnen Man kann im Radsport an vielen Schrauben drehen, zum Beispiel auch an den starren Reglements des Weltverbandes UCI, der mit vielen Vorschriften zu Rahmen- geometrie, Sitzposition und dem Gewichtslimit von 6,8 kg den technischen Fortschritt aufhält. Wer laut UCI-Reglement einen Stundenweltrekord fahren will, muss das auf ähnlichem Material wie Eddy Merckx vor 35 Jahren tun – darf er auch die gleichen Mittel wie Merckx nehmen? Im Moment erkennt man im Radsport fast nur Fortschritt beim Betrug mit medizinischer Hilfe. Die weitergehende Freigabe beim Material müsste sich allerdings auf den Spitzenbereich beschränken, um in den Nachwuchsklassen Chancengleichheit zu erhalten.
● Genau hinsehen! Öffentlichkeit, Athleten und Sponsoren in der Pflicht Medien, Fans, Sportler und Sponsoren müssen klar zum Ausdruck bringen: Sport ist kein rechts- und ethikfreier Raum. Sie haben die Möglichkeit, Veranstalter, Teams und Rennfahrer unter Druck zu setzen, die sich nicht an gesellschaftliche und sportliche Maßstäbe halten. Zuletzt lief es umgekehrt: Wer Doping kritisierte, flog raus. Der Verband der Sponsoren erklärte nun, es sei nicht seine Aufgabe, den Anti-Dopingkampf zu finanzieren. In Deutschland stehen geschätzte 2,6 Milliarden Euro für Sportsponsoring 300.000 Euro gegenüber, die die Sponsoren T-Mobile, Addidas und Deutsche Bank zum Etat der NADA beitragen. Zusätzlich müssten Rennfahrer einen Athletenvertretung installieren, die sie gewissenhaft, kritisch und nachhaltig vertritt.
● Fairplay! Regeln und Gegner achten Sportliche Fairness muss oberstes Gebot im Leistungssport sein, sonst funktioniert er nicht. Es darf nicht darum gehen, den Sieg um jeden Preis zu errringen. Die Weltelite der Radprofis betrügt sich vielleicht nicht gegenseitig, sicher aber die jungen Rennfahrer, die chancenlos auf der Strecke bleiben, weil sie nicht beim Betrug mitmachen wollen. Ein Sport, der diese Auslese duldet, macht sich selbst überflüssig. Wir dürfen das Denken von uns Erwachsenen nicht schon auf Kinder übertragen – in unserer Gesellschaft ist es normal geworden, dass jeder betrügt und dafür noch Beifall bekommt.
Quelle: Das Rennrad-Magazin Tour Ausgabe Juli 2007
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